URBAN CULTURES OF CARE (CURARE)
Alltägliche Sorgepraktiken als soziale Infrastruktur im Stadtteil
Grazer Senior Fellow: Univ.-Prof.in Dr.in Anke Strüver, Institut für Geographie und Raumforschung
Local Junior Fellow: Vivien Breinbauer, MSc, BSc
Incoming Senior Fellow: Dr.in Yvonne Franz, Universität Wien
Incoming Junior Fellow: Rivka Saltiel, MA, PhD
Zeitraum: Jänner 2024 – Jänner 2025
Seit gut einer Dekade ist städtisches Alltagsleben durch neoliberale Austeritätspolitiken bestimmt, die alltägliche Sorgepraktiken in privaten wie in institutionellen Kontexten betreffen. Doch Sorgepraktiken sind nicht nur Teil des individuellen (Über-)Lebens, sie sind auch zentrales Element des Urbanen, des gelebten gesellschaftlichen Alltags in der Öffentlichkeit. Gerade in Zeiten multipler Gesellschaftskrisen steht die individuelle wie kollektive Lebensqualität unter Druck. Daher werden Caring Communities und daraus resultierende Urban Cultures of Care zu einem zunehmend wichtigen Element gesellschaftlichen Zusammenhalts in diversifizierten Stadtgesellschaften.
Das Vorhaben CURARE setzt an aktuellen Überlegungen der feministischen Sorgeethik an (Tronto 2013, 2016, 2017), um konzeptionelle wie praktische Ansatzpunkte für ein langfristig orientiertes Verständnis von Nachbarschaften und Stadtteilen als öffentliche Räume der sozialen Interaktion und Innovation – als Räume des Miteinander-Sorgens – abzuleiten. Caring Communities antworten auf ungerecht verteilten Ressourcenzugang auf Basis intersektionaler Ungleichheiten, indem sie selbstorganisiert miteinander sorgen. Damit können neue, resiliente(re) soziale Beziehungen aufgebaut werden, die – wenn sozial innovativ – auch kollektiv befähigen und eine gesellschaftspolitische Demokratisierung ermöglichen. Doch Caring Communities agieren nicht nur in unterschiedlichen Räumen, sie produzieren auch neue öffentliche Räume des Miteinander-Sorgens, die so zu Teilen der sozialen Infrastrukturen der Stadt werden.