Frauenbilder: Mediale Vermittlungspraktiken in Adressierungen und Inszenierungen von Weiblichkeit in verschiedenen Lebensbereichen durch die extreme Rechte im Wandel der Zeit (1930er/1940er und 2010er/2020er) (FraMe)
Grazer Senior Fellow: Univ.-Prof.in Dr.in Maria Stimm, Institut für Erziehungs - und Bildungswissenschaft
Local Junior Fellows:
Antonia Unterholzer, B. A. M. A
David Steinwender, B. Sc. M. Sc.
Incoming Senior Fellows: Dr.in Viola Dombrowski, Dipl.-Päd., Institut für Soziologie und Institut für Pädagogik, Universität Koblenz und assoziierte Forscherin am Peace Research Institute Frankfurt/Main (PRIF), Deutschland
Incoming Junior Fellows:
Leonore Negt, B. A. M. A.
Viktoria Rösch, B. A. M. A
Zeitraum: Juni 2026 – März 2027
Projektbeschreibung
Vor dem Hintergrund einer weltweit erstarkenden extremen Rechten und dem Bedeutungsgewinn digitaler Räume als Resonanzraum für ihre Politiken, widmen wir uns im Projekt [FraMe] den medialen Vermittlungs- und Adressierungspraktiken extrem rechter Akteur*innen. Weiblich gelesene Produzentinnen und Rezipientinnen von extrem rechten politischen Inhalten werden oft immer noch als ‚Ausnahme‘, ‚Widerspruch‘ oder instrumentalisierte Opfer geframed. Wir wollen die Identitäts- und Subjektivierungsangebote, die die extreme Rechte (jungen) Frauen mithilfe bestimmter Vermittlungs- und Adressierungspraktiken macht, als potenzielle Momente der Ermächtigung und Eröffnung von Handlungsspielraum für Rezipientinnen ernst nehmen. Aufgrund der darin erzeugten Assoziationen und Kontinuitäten zu Frauenbildern aus der Zeit des Nationalsozialismus und Austrofaschismus wollen wir in einem historischen (1930er/1940er Jahren und den 2010er/2020er Jahren) sowie länderübergreifenden (Deutschland und Österreich) Vergleich herausarbeiten,
(1) wie die extreme Rechte Frauen in medialen Kontexten adressiert,
(2) welche Vermittlungspraktiken sie nutzen und welche kontemporären und vergangenen Bildpraktiken sie dabei referenzieren sowie
(3) welche Kontinuitäten und Gemeinsamkeiten sich in den geographisch und historisch unterschiedlich situierten Phänomenen herausarbeiten lassen.
Dabei legen wir einen Fokus darauf, wie ‚die Frau‘ in diesen Materialien positioniert wird und wie mit ihr auf spezifische Weise verknüpfte Lebensbereiche (Familie, Ernährung, Bildung) in die Adressierungspraktiken eingearbeitete werden.
Anhand von verschiedenen Materialarten und Datentypen, wie z. B. Plakaten, Radiobeiträgen sowie (audio-)visuellen und textbasierten Social-Media-Posts, möchte [FraMe] somit erstens länderübergreifend nachzeichnen, dass die den skizzierten Phänomenen inhärente Adressierung von Frauen durch die ‚Neue Rechte‘ einer spezifischen Logik folgt, die nicht nur an aktuelle Mainstream-Phänomene, sondern z. B. durch die Verwendung ‚visueller Zitate‘ nahezu nahtlos an die ‚Alte Rechte‘ anknüpft. Tiefgreifender soll zweitens verdeutlicht werden, dass den Adressierungen – egal in welchem Format und zu welcher Zeit – bestimmte Vermittlungspraktiken inhärent sind.
Die Erkenntnisse können und sollen auch verschiedenen pädagogischen Handlungsfeldern dringend notwendige Impulse für den Umgang mit diesen Adressierungs- und Vermittlungspraktiken liefern.