Katharina Pyschny
Sowohl in nationaler als auch internationaler Perspektive zeichnet sich das Profil von Katharina Pyschny durch eine enorme Breite an Forschungsfeldern und -perspektiven aus. Als promovierte Alttestamentlerin, die zudem Germanistik studiert hat, betreibt sie die historisch-kritische Exegese biblischer Texte mit einer besonderen Methodenvielfalt und -reflexivität, die zudem kulturwissenschaftliche Entwicklungen sowie die Herausforderungen der (Post-)Moderne im Hintergrund hat. Eine solche Verbindung von sozial- sowie kulturwissenschaftlichen Konzepten und Exegese ist charakteristisch für ihr Forschungsprofil. Während in den katholischen Bibelwissenschaften tendenziell eine Abwendung von diachronen Fragestellungen festzustellen ist, sucht sie die wissenschaftlich gestützte Bibelauslegung mit historischen Perspektivierungen zu korrelieren. Vor diesem Hintergrund hat sie nicht nur eine Expertise im Bereich der Biblischen Archäologie bzw. Palästinaarchäologie entwickelt – einem Bereich, der forschungsgeschichtlich bedingt stärker im Kontext der Evangelischen Theologie verortet wird –, sondern besetzt als eine der Wenigen unter katholischen Wissenschaftler*innen das Forschungsfeld der altorientalischen Ikonographie. Als eine der zentrale Wahrnehmungs- und Identitätskategorien heutiger Gesellschaften durchziehen Fragen rund um die interdependente Kategorie „Geschlecht“ all ihre Forschungsschwerpunkte. Insofern zieht ihre Forschung auf einzigartige Art und Weise Transversallinien zwischen Exegese, Gender Studies, Soziologie/Kulturwissenschaften sowie Archäologie/Ikonographie und birgt damit ein interdisziplinäres Potenzial sondergleichen. Als Executive Officer (stellvertretende Präsidentin) der European Association of Biblical Studies ist sie international breit vernetzt und prägt entscheidend gezielte Early Career Development Maßnahmen sowie Formen der Wissenschaftskommunikation in der europäischen Hochschul- und Forschungslandschaft mit.
Elisabeth-List-Fellowship Projekt: Geschlechtlichkeit und Sexualität in den frühen Schriften von Judentum, Christentum und Islam